Sonderurlaub bei Hochzeit

    In diesem Ratgeber möchten wir euch das Thema Sonderurlaub bei Hochzeit näher bringen. Die Hochzeit gilt allgemein als der schönste Tag im Leben. Natürlich gilt es dafür aber auch viele Vorbereitungen zu treffen und letztlich muss man auch noch einen freien Termin beim Standesamt und/oder in der Kirche finden. Hier ist es nicht immer leicht, alles Private und Berufliche auf einen Nenner zu bekommen und es kommt schnell die Frage nach Urlaub auf.

    Nur wie ist mit dieser Situation umzugehen? Gibt es sogar Sonderurlaub vom Chef, oder muss ich hier schon im Voraus meinen wohlverdienten Jahresurlaub verplanen?

    Sonderurlaub bei Hochzeit im Angebot
    Sonderurlaub bei Hochzeit? Unser Ratgeber klärt auf, ob Ihr frei bekommt.

    Denn der eigentliche Urlaub dient der reinen Erholung und bei dem ganzen Stress vor einer Hochzeit kann wohl keinesfalls von Erholung die Rede sein. In diesem kleinen Ratgeber beantworten wir euch alle Fragen zum Thema Sonderurlaub Hochzeit und zeigen euch aber auch noch weitere Fälle und Unterschiede auf, in denen man mit seinem Chef über eine kurze Auszeit reden kann.

    Was ist Sonderurlaub?

    Generell kann man festhalten, dass Sonderurlaub – wie der Namen schon sagt – zusätzliche freie Tage sind, die euch neben dem normalen Urlaub im Jahr für besondere Ereignisse zur Verfügung gestellt werden. Diese Zeit dient dabei nicht zum Ausruhen und Regenerieren und wird somit gesondert behandelt. Hierbei unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Arten, sich beruflich ein wenig Freiraum zu verschaffen, um wichtige bzw. unausweichliche Dinge im Privatleben zu bewältigen, auf die man in der Regel keinen Einfluss hat.

    1. Vorübergehend verhindert ist man laut dem Gesetz, wenn man durch einen „in seiner Person liegenden Grund“ und „ohne sein Verschulden“ für eine „verhält­nismäßig nicht erhebliche Zeit“ an seiner Arbeit gehindert ist. So steht es in §616 des Bürgerlichen Gesetz­buches (BGB). Für diese Zeit ist der Chef gesetzlich verpflichtet, euch bezahlten Sonderurlaub zu gewähren. Allerdings kann der Anspruch auf solche Tage durch den Arbeitgeber im Arbeitsvertrag eingeschränkt oder ausgehebelt werden. Dann gilt nur noch das, was mit dem Unternehmen bei Arbeitsantritt vereinbart wurde.
    2. Bezahlter Sonderurlaub ist zwar in der Dauer nicht gesetzlich geregelt, wird zumeist aber nur für 1-2 Tage benötigt. In dieser Zeit stehen enge familiäre Ereignisse an, wie die Geburt eines Kindes, die Hochzeit oder aber auch Silberhochzeit der Eltern, es kann aber natürlich auch ein Todesfall und eine Beerdigung in der Familie liegen, die einen zu solch einen kleinen Auszeit zwingt. Hierfür wird nicht der Jahresurlaub berappt, sondern es gibt vom Chef bezahlten Sonderurlaub. Hierbei wird oft unterschieden, in welchen Arbeitsverhältnis der Arbeitnehmer steht. Ist man nur kurzzeitig befristet angestellt, so wird der bewilligte Sonderurlaub möglicherweise kürzer ausfallen als bei einem Mitarbeiter, der seit 30 Jahren im Unternehmen tätig ist.
    3. Unbezahlte Freistellung kann mit dem Chef für alles weitere vereinbart werden, was nicht durch Sonderurlaube von Gesetz abgedeckt ist. Hier besteht allerdings kein Anspruch, sondern es muss mit dem Chef situationsabhängig vereinbart werden. Zwar wird euch für diese Zeit nicht etwas vom Jahresurlaub abgezogen, allerdings werdet ihr dafür auch nicht bezahlt. Häufigste Praxis sind Arztbesuche oder Behördengänge sowie andere wichtige Termine, die nur innerhalb der regulären Arbeitszeit wahrgenommen werden können. Solange in dieser Zeit für Ersatz gesorgt ist, sollte dies zu keinen Schwierigkeiten in eurem Betrieb führen.

    Sonderurlaub Hochzeit

    Als Sonderurlaub Hochzeit gilt bei uns in Deutschland per Gesetz die Zeit, in der man entweder selber heiratet, die eigenen Kinder vor den Traualtar gehen oder aber auch die Eltern eine silberne oder goldene Hochzeit feiern. Hierfür ist in der Regel als Sonderurlaub Hochzeit 1 Tag vorgesehen. Für Hochzeiten von entfernteren Verwandten und Freunden oder gar bekannten gilt dieser Sonderurlaub allerdings nicht. Hierfür müsst ihr euch entweder selber etwas von Jahresurlaub einteilen, oder aber ihr könnt mit dem Chef verhandeln, für diese Zeit unbezahlt freigestellt zu werden. In jedem Fall solltet ihr natürlich euren Chef rechtzeitig informieren, damit auch alles reibungslos abgewickelt werden kann.

    Geburt der eigenen Kinder

    Genau so wie Sonderurlaub Hochzeit ist ein weiterer klassischer Fall für den Sonderurlaub die Geburt der eigenen Kinder. Obwohl ihr in der Regel nicht unverhofft in dieser Situation landet, so wird sie doch vom Gesetz geschützt und ihr könnt für die Geburt eures Nachwuchses einen Tag Sonderurlaub bekommen. Aber auch hier gilt, dass es besser ist im Vorfeld den errechneten Geburtstermin dem Chef durchzugeben, als nach einem Anruf der Frau direkt alles auf der Arbeit stehen und liegen zu lassen. Wenn rechtzeitig alle Bescheid wissen, so kann für den Fall der Fälle von Chef trotzdem ein geeigneter Ersatzdienst geplant werden. In großen Konzernen ist das vermutlich einfacher, als in kleinen Firmen mit nur wenig Personal.

    Todesfälle in der Familie

    Kommen wir von den schönen Sachen des Lebens zu den eher unangenehmen. Im Todesfall innerhalb der Familie steht einem Arbeitnehmer auch Sonderurlaub zu. Stirbt der Vater, die Mutter oder gar der das eigene Kind, kann von geregelter und konzentrierter Arbeit ohnehin keine Rede mehr sein. Hier ist der Arbeitnehmer privat und auch emotional derart eingespannt, dass ihm in der Regel 2 Tage Sonderurlaub zustehen. Oft müssen längere Reisen und Aufenthalte in Kauf genommen werden und die psychische Belastung ist sehr hoch. Nach den von Gesetz vorgesehenen 2 Tagen Sonderurlaub kann man sich als Arbeitnehmer auch noch weiterhin von Chef unbezahlt freistellen lassen. Dies kann bei so einem schweren Schicksalsschlag vom Chef natürlich auch aus Kulanz weiterhin durch bezahlten Sonderurlaub erfolgen. Hier kommt es sicherlich auf das bisherige Arbeitsverhältnis an. Solltet ihr nach einem Todesfall mehr als 2 Tage benötigen, wird zudem auch eine entsprechende Krankschreibung vom Chef akzeptiert und somit müsst ihr in der ersten Zeit, in der an geregeltes Arbeiten noch nicht zu denken ist, nicht unbezahlt auf Lohn verzichten. Bei Beerdigungen von Freunden und Bekannten steht euch kein Sonderurlaub zu, euer Chef wird euch aber sicherlich freistellen.

    Krankheit des eigenen Kindes

    Ein spezieller Fall für bezahlten Sonderurlaub ist auch ein krankes Kind. Eltern dürfen demnach zuhause bleiben, wenn ihr Nachwuchs krank ist. Allerdings bekommen gesetzlich Krankenversicherte dabei nur eine unbezahlte Freistellung vom Chef genehmigt. Damit sie aber nicht ohne Lohn dastehen, übernimmt die Kinderkrankenversicherung bei dieser Auszeit die Bezahlung des Elternteils und man bekommt somit das sogenannte Kinderkrankengeld. Hierbei gilt es aber, dem Chef ein entsprechendes Attest vorzulegen, da er ansonsten die Freistellung verweigern darf. In jedem Jahr kann ein Arbeitnehmer so 10 Tage Pro Kind freigestellt werden, allerdings maximal 25 Tage bei 3 Kindern oder mehr. Ist man alleinerziehend, sind es pro Jahr 20 Tage pro Kind und maximal 50 Tage bei 3 oder mehr Kindern. Allerdings gibt es für Privatversicherte gesonderte Regeln, ja nachdem, was mit der Krankenkasse ausgemacht wurde. Hier kann es sogar bis zu 4 Tage bezahlten Sonderurlaub geben. Ebenso kann es sein, dass in einigen Tarifverträgen andere, sich vom Gesetz unterscheidende Regelungen getroffen wurden. Hier lohnt es, einfach einmal beim Chef nachzufragen, wie die Sachlage im Unternehmen ist.

    Sonderurlaub für Umzug?

    Anders, als es von vielen Arbeitnehmern erwartet wird, gibt es keine gesetzliche Regelung für den Sonderurlaub bei einem Umzug. Sowohl aus beruflicher Sicht, als auch für einen privaten Umzug ist der Chef nicht dazu verpflichtet, bezahlten Sonderurlaub einzuräumen. Gibt es trotzdem welchen, so ist dies aus Kulanz oder nach eigenem Ermessen. In jedem Fall lohnt es sich hier, vorher mit dem Chef über die Situation zu reden. Eine Freistellung sollte meistens drin sein, ansonsten muss leider der eigene Jahresurlaub dran glauben, wenn man den Umzug nicht an einem freien Wochenende über die Bühne bekommt.

    Kein Sonderurlaub

    Neben dem Sonderurlaub Hochzeit und den weiteren oben aufgeführten Dingen gibt es noch Ereignisse, wie den eigenen Geburtstag, das eigene Dienstjubiläum oder die oben erwähnte Fälle für den weiteren Freundes- oder Bekanntenkreis, bei denen es keinen bezahlten Sonderurlaub vom Chef geben kann. Natürlich kann im entsprechenden Fall immer mit dem Chef um eine unbezahlte Freistellung verhandelt werden, allerdings sollte man sich in so einer Situation dann doch eher überlegen, ob man vorher besser plant und sich so organisiert, dass man den Rest außerhalb der Arbeitszeit erledigt oder sich sogar in den eigenen Jahresurlaub legt. Hochzeiten von Freunden sind für einen selbst ja kein Stress, sondern eher als Freizeit und Erholung anzusehen.

    Für die schönste freie Zeit, den Sonderurlaub Hochzeit, aber auch für viele anderen Eventualitäten ist nun alles geklärt. Falls ihr allerdings zu weiteren speziellen Fällen noch Fragen habt, könnt ihr uns natürlich keinen einen Kommentar da lassen. Ansonsten hoffen wir, euch hiermit gut über bestehende Ereignisse und die entsprechenden Ansprüche und Regelungen informiert zu haben. Auch wenn man seinen Anspruch auf Sonderurlaub einklagen kann, haben wir diesen Aspekt hier außen vor gelassen, da es für ein gesundes Arbeitsverhältnis immer von Vorteil ist, sich im Gespräch mit seinem Chef zu einigen. Wir denken bei guter Begründung kann immer eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.

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