Ratgeber: Neue EU-Regeln im Geldverkehr – Was auf Bankkunden zukommt mit PSD2

    Neue Regeln im EU Geldverkehr – Einer der größten Veränderungen im Geldgeschäft seit 60 Jahren! Was bedeutet das jetzt genau? Wir wollen in diesem Ratgeber einen groben Überblick geben, denn wir posten ja auch immer wieder Deals mit Kreditkarten und Girokonten.

    Ratgeber: Neue EU Regeln im Geldverkehr   Was auf Bankkunden zukommt mit PSD2 im Angebot

    Einige von euch haben in den vergangenen Wochen von der Bank einen Brief bekommen, der wie immer unscheinbar aussieht und von den meisten einfach in die Schublade gesteckt wird (habe ich auch getan erstmal), aber hinter diesem Schreiben „Änderungen von Vertragsbedingungen“ stecken neue EU-Regeln, die ca. mehr als 1 Milliarde Konten in Europa betrifft.

    ⚠️ Beachte bitte, dass dieser Beitrag eine Zusammenstellung von uns für euch darstellt, worauf man achten muss. Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, es gibt keine Garantie für die Richtigkeit und Aktualität des Inhalts.

    Brüssel will den Wettbewerb im europäischen Zahlungsverkehr fördern – und vor allem sicherer, billiger und bequemer machen, Dazu gibt es die ‚PSD2‘- Richtlinie welche seit dem 13. Januar 2018 auch in Deutschland gilt, auch wenn die Umsetzung technischer Details noch einige Monate dauern wird.

    Einblick in die Kontodaten – jetzt auch für Dritte

    Bisher hatten nur Banken das Monopolrecht auf die Nutzung der Kontodaten ihrer Kunden. So konnten sie leicht weitere Gewinne erzielen, indem Sie ihren Kunden nützliche Zusatzdienste verkaufen konnten. Denn, wer Einsicht in die Kontoaktivitäten seiner Kunden hat, kann leichter abschätzen, welche Dienste in Zukunft benötigt werden. Kredite, Zusatzversicherungen oder Aktienangebote sind nur ein kleiner Teil dieser Services – bis zum „Payment Service Directive“, nun besitzen Banken dieses Monopol nicht mehr.

    Mit dieser Neuerung dürfen künftig auch Drittanbieter der Finanzbranche auf die Kontodaten von Kunden zugreifen. Die neue EU-Richtlinie macht es möglich. Dank dieser neuen Option können Finanzfirmen zum Beispiel Zinsen vergleichen und günstige Tagesgeldkonten anbieten oder einen schnellen Transfer von Geld ermöglichen. Neben diesen Optionen wird auch den Sparern unter die Arme gegriffen, so erkennen die Firmen schnell wann Geld „teuer“ ist und legen einen Teil der Beträge für den Kunden automatisch zur Seite.

    Banken nicht erfreut

    Die neuen Trends bieten auch neue Möglichkeiten auf dem Finanzmarkt. Gerade im Bereich des Geldanlegens sind hier neue automatisierte Dienstleistungen möglich. Die Firma Scalable Capital ist eine Online-Vermögensverwaltung, die Kapital in breit gestreute Indexfonds anlegt. Durch die neue Transparenz lassen sich hier zusätzlich Fondssparpläne einbauen.

    „Da sind tolle Weiterentwicklungsmöglichkeiten möglich, die bisher schwer umsetzbar waren“, sagt Erik Poduzweit, Mitgründer von Scalable Capital.

    Die Banken sind darüber zurecht (?) unerfreut. Für diese ist unverständlich, dass Fremdanbieter einen gesetzlichen Zugang zu Kundendaten und damit zur bankeigenen Infrastruktur erhalten, den diese umgekehrt nicht erhielten.

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    Viele Experten glauben, dieser Trend könnte die Banken langfristig in Bedrängnis bringen. So auch Thomas Sontheimer, Mitarbeiter der Beratungsgesellschaft Accenture, der meint das die Richtlinie die Transparenz im europäischen Zahlungsverkehr zwar erhöhen könne, gleichzeitig aber auch der Preisdruck verstärkt wird. So könnten Kunden gleichzeitig Einblick in mehrere Konten erhalten und ihr Geld lieber über billigere Drittfirmen verwalten als über die eigene Hausbank.

    Datenschutz

    Ihr müsst aber keine Angst haben, dass Firmen jetzt unkontrolliert auf eure Daten zugreifen können. Die Hausbank muss hier den Zugriff ausdrücklich erlauben und dieser gilt dann auch nur für den angefragten Zweck. Es ist nämlich verboten, maschinell Auskunft über sämtliche Zahlungen und Gewohnheiten von Bankkunden zu checken. „Kunden können sich auf Datensicherheit verlassen“, betont der Bankenverband.

    Es gibt für uns Verbraucher jetzt eine weitreichende Änderung:

    Wenn Kriminelle euer Konto schon abgeräumt haben, bevor die Karte gesperrt wird, müsst ihr hier den Schaden in der Regel mit bis zu 50€ selbst zahlen. Hier wird oder wurde die gesetzliche Grenze 2018 von 150€ auf 50€ heruntergesetzt. Das gilt aber nur, wenn ihr nicht fahrlässig gehandelt habt. Ein Beispiel wäre, wenn ihr eure PIN-Geheimnummer mit der Karte zusammen aufbewahrt. Aber eigentlich sollte das jedem klar sein.

    Zusätzliche Zahlungshürden

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    Strengere Regeln sollen vor Betrug bei Online-Zahlungen schützen. Mit ‚PSD2‘ müssen Kunden jetzt ein zweites andersartiges Merkmal wie eine SMS an das Smartphone oder ein Fingerabdruck angeben um die Sicherheit zu erhöhen. Hier reicht es nicht mehr, einfach mit den Kartendaten und einem Kennwort zu zahlen.

    „Für deutsche Bankkunden ist das der zentrale Nutzen“, sagt Berater Sontheimer. Leider werden die Gebühren für Überweisungen nicht günstiger, da wir im europäischen Vergleich schon günstig sind.

    Für den Handel sind diese Sicherheitsregeln ein Dorn im Auge. „Solche Hürden machen Zahlungen im Internet alles andere als bequem und können schlimmstenfalls dazu führen, dass Kunden den Einkauf abbrechen“, sagt Ulrich Binnebößel vom Handelsverband HDE. Anderseits hat hier der Kunde aber eine neue Alternative zu Kreditkarte oder Lastschrift. „Der Kunde hat dann die Wahl.“

    Fazit zur Richtlinie

    Was haltet ihr von den neuen EU-Richtlinien? 👥 Oder ist euch das egal? 😀 Also ich hebe schon seit Längerem lieber einen großen Teil Bargeld ab und gebe das Geld dann vor Ort in Bar aus, als dass ich total gläsern bin und denen jeden Einkauf zeige. Für Online-Einkäufe und Kleinigkeiten habe ich ein 2. Konto, was nicht bei der Hausbank liegt, sodass es erstmal nicht so leicht für die Vor-Ort Berater nachvollziehbar ist, was meine Hobbys sind.

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    3 Kommentare zum Bericht “Ratgeber: Neue EU-Regeln im Geldverkehr – Was auf Bankkunden zukommt mit PSD2” Kommentar schreiben
    1. Benutzerbild Anonymus
      Anonymus Gast

      Von Menschen für Menschen entwickelt und es wird nicht weniger mit der Überwachung und Digitalisierung ;-) Die Probleme kommen mit dem Fortschritt automatisch hinzu und es lässt sich leider nicht aufhalten...

    2. Benutzerbild Bud
      Bud Gast

      Bankengeheimnis würde ja letztes Jahr schon aufgehoben und seit diesem Jahr für alle einsehbar, man kommt dem gläsernen Menschen immer näher, dank Smartphones, Kartenzahlung und Social Media weiß man endlich was der Bürger den ganzen Tag macht und das ganze natürlich nur zum Gunsten des Bürgers 🤣 willkommen im Überwachungsstaat👌😎

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