Ratgeber: Neue Änderungen für die Steuererklärung in diesem Jahr 2018

    Seit diesem Jahr gelten ein paar steuerliche Neuerungen. Damit ihr alles darüber Bescheid wisst, haben wir für euch die wichtigsten Änderungen im Überblick.

    Ratgeber: Neue Änderungen für die Steuererklärung in diesem Jahr 2018 im Angebot

    Es gibt Menschen, wie mich z.B. die bei der Abgabe der Steuererklärung die Ersten sein möchten. Ab 2018 bringt es leider nichts mehr, da „Die Finanzämter können aus datentechnischen Gründen erst im März mit der Bearbeitung anfangen“, sagt Isabel Klocke, Expertin des Bundes der Steuerzahler in Berlin.

    Selbst für die Eifrigsten, wie mich, geht es leider nicht früher. Die Prüfung wird dieses Jahr zunehmend automatisiert laufen und von Hand werden nur noch gezielt welche bearbeitet.

    ⚠️ Beachte bitte, dass dieser Beitrag eine Zusammenstellung von uns für euch darstellt, worauf man achten muss. Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, es gibt keine Garantie für die Richtigkeit und Aktualität des Inhalts.

    Neue Änderungen für die Steuererklärung in diesem Jahr

    Nachfolgend bekommt ihr die wichtigsten Änderungen im Überblick.

    Die Abgabefrist

    Für das Steuerjahr 2018 ändern sich die Stichtage zur Abgabe der Steuererklärung. Die, die verpflichtend eine Steuererklärung abgeben müssen, dürfen sich freuen, denn hier hat man jetzt 2 Monate länger Zeit. Die Allgemeine Deadline ist der 31. Juli. Mit dem Lohnsteuerhilfeverein oder dem Steuerberater gilt künftig der 29. Februar des darauffolgenden Jahres als Fristende.

    Die allgemeinen neuen Abgabetermine sind zwar bereits festgeschrieben, werden aber erst 2019 in der Praxis wirksam. Wie könnte es auch anders sein 😉. Ihr müsst eure Steuererklärung für das zurückliegende Jahr 2017 noch nach den alten Fristen bis 31. Mai 2018 respektive bis zum Jahresende 2018 einreichen!!

    In Bayern gab es letztes Jahr eine Ausnahmeregelung die das Hinausschieben des Abgabetermins um zwei Monate erlaubte, wie Bernd Werner, Vorstand der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer in Gladbeck, erläutert. Dieser Zeitpuffer soll dieses Jahr wieder kommen um die Finanzverwaltung zu entlasten, davon ist Klicke überzeugt.

    Die Belege

    Damit das Finanzamt entlastet wird und ein ‚elektronisches Finanzamt‘ wird, bekommen wir Bürger 2018 eine Vereinfachung eingeräumt: Für die Steuererklärung 2017 müssen Belege wie Sonderausgaben, Werbungskosten oder Versicherungsposten nicht mehr automatisch mitgeschickt werden. In Vergangenheit ging es nie ohne Belege, da man keinen Nachweis hatte. Das hat sich nun aber geändert! Die Belege müssen 1 Jahr lang ab Bestandskraft des Steuerbescheids aufgehoben werden und können ggf. von dem zuständigen Finanzamt nachgefordert werden.

    Ihr solltet dennoch nicht bei den Beträgen schummeln, denn ihr könnt immer auffliegen 😉. Das Finanzamt plant nämlich Stichproben durchzuführen. Laut den Experten werden wohl vor allem hohe Rechnungen oder Abweichungen vom Vorjahr der Fall sein. „Ob der Wegfall der Belegvorlagepflicht der Steuergerechtigkeit dient, muss sich noch zeigen“, gibt Fachfrau Klocke zu bedenken.

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    Die Steuerklassen

    Ab diesem Jahr bekommen Paare nach der Hochzeit automatisch die Steuerklassenkombination IV/IV zugeordnet. Hier spielt es keine Rolle ob beide Partner berufstätig sind oder nicht. Wie wir alle bestimmt wissen, hängt der Mix vom Verdienst ab und sollte hier immer individuell geprüft werden. Die Änderung ist 1x im Jahr ab Januar bis spätestens 30. November beim Finanzamt möglich und wirkt sich dann auf den Folgemonat aus. Wie viel Lohnsteuer jeden Monat vom Gehalt abgezogen werden, bestimmt die Steuerklasse.

    „Je früher das Paar die Weichen stellt, desto mehr kann monatlich in der Kasse sein“, erklärt Christina Georgiadis, Sprecherin der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH).

    Ein Ehepartner mit der Steuerklasse III oder V kann ab diesem Jahr ohne Einverständnis des anderen den Steuerklassenwechsel in die Kombination IV/IV eintragen. Hier solltet ihr aber trotzdem mit eurem Ehepartner reden um Stress zu vermeiden 😉.

    Die Arbeitsmittel

    Sollten Berufstätige im neuen Jahr Arbeitsmittel wie einen neuen Rechner, Smartphone oder Büromöbel kaufen und als Werbungskosten in die Steuererklärung packen, kann sich hier extrem freuen 😊.

    Die Preisgrenze liegt für die Anschaffung solcher „geringwertigen Wirtschaftsgüter“ bei 952€ (800€ plus 19 Prozent Mehrwertsteuer). Wahnsinn oder? Das ist fast doppelt so viel wie bisher!! Hier können Arbeitnehmer die Ausgaben bis zu der Grenze im Steuerjahr 2018 voll steuerlich absetzen. Bis zum 31.12.2017 war die Grenze bei 487,90€ um die Rechnung auf einen Schlag absetzen zu können.

    Sollte der Kauf teuer sein, muss der Steuerzahler nach der amtlichen Tabelle ‘‘Absetzung für Abnutzung‘‘ den Kauf über mehrere Jahre abschreiben.

    Der Grundfreibetrag

    Ab 2018 steigt das steuerfreie Existenzminimum auf 9.000€ pro Person und Jahr. Gleichzeitig wird damit der Grundfreibetrag um 180€ angehoben sagt der Bundesverband der Lohn- Steuerhilfevereine BVL. Bei einem Jahreseinkommen von 10.000€ werden 149€ Steuern fällig was 30€ weniger als bisher bedeutet. Bei 40.000€ werden 8.670€ Steuer fällig was hier ein Ersparnis von 96€ ist.

    Habt ihr eure Steuererklärung schon fertig oder macht ihr das immer auf den letzten Drücker? ☺️ Ich werde meine weiterhin im Januar machen und abgeben 😊!

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    11 Kommentare zum Bericht “Ratgeber: Neue Änderungen für die Steuererklärung in diesem Jahr 2018” Kommentar schreiben
    1. Vielen Dank für den hilfreichen Hinweis.

    2. @moggi:
      Wenn auf deiner Lohnsteuerbescheinigung Abzüge in Form von Lohnsteuer aufgeführt sind, dann rate ich dir, dass du eine Steuererklärung abgibst, sonst bekommst du nichts erstattet. Wenn du keine solchen Abzüge hast, dann lass es bleiben.

    3. Hallo, dies ist keine Rechtsberatung, aber meines Wissens nach, MUSS man eine Steuererklärung nur machen,wenn man verheiratet ist und die Steuerklassen 3/5 bzw 5/3 hat oder wenn man nebeneinkünfte erzielt wie Zweitjob, Mieteinnahmen, Rente etc. Derjenige, wie in deinem Fall, der Steuerklasse 1 hat und nur über "Lohnsteuerkarte" Einkünfte erzielt, muss keine machen sondern kann eine machen, wenn er mit einer Erstattung rechnet.

    4. Hey bin neu in Deutschland und hab meine erste Lohnsteuerbescheinigung bekommen wo steht das ich Steuerklasse 1 bin. Ich habe unter 5000 verdient somit muss ich weder was ausfüllen noch steuern bezahlen vermute ich mal, oder?

    5. Boah, beneidenswert, wenn man so konsequent seine Lohnsteuer abgibt. Das nehme ich mir auch jedes Jahr vor und dann.... (schäm). Zudem weiß ich, dass das Finanzamt mit der Bearbeitung ganz schön hinterher hinkt. Ich denke jetzt oute ich mich: habe die Steuererklärung 2015 im Dezember vergangenen Jahres abgegeben. Jetzt bin ich aktuell an 2016 dran. :-D
      Eigentlich wollte ich mich für die tollen Tipps bedanken. Echt super!
      Und ich bemühe mich ja schon... ;-)

    6. Danke für die ab und zu eingestreuten redaktionellen Beiträge. Naturgemäß können diese natürlich nicht in die Tiefe gehen, geben aber immerhin dem ein oder anderen einen Anstoß sich weitergehend mit dem jeweiligen Thema zu befassen. Man schiebt solche Dinge ja gerne mal vor sich her.

    7. Benutzerbild Arthur
      Arthur Gast

      !! Verspätungszuschlag: 25 Euro pro Monat !!
      Seit diesem Jahr wird die verspätete Abgabe der Steuererklärung härter bestraft. So werden mindestens 25 Euro fällig – und das für jeden zu spät abgegebenen Monat! Der Verspätungszuschlag beträgt pro verspätetem Monat 0,25 Prozent der um Vorauszahlungen und anzurechnende Steuerabzugsbeträge verminderten festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 25 Euro pro Monat.

      Wer also seine Steuer am 31. Mai 2018 noch nicht abgegeben hat, muss zahlen. Egal, ob sich aus der Steuererklärung nun eine Erstattung ergibt oder Sie Steuern nachzahlen müssen.

      Bis zum Steuerjahr 2017 lag der Verspätungszuschlag im Ermessen des jeweiligen Finanzbeamten. So wurde bisher bei sonst pünktlichen Steuerzahlern meist ein Auge zugedrückt- und keine Strafzahlung verlangt. Dies entfällt nun kraft Gesetzes. Die Strafe soll dann automatisch im Steuerbescheid zur Steuerschuld hinzugerechnet werden – oder aber vom Erstattungsbetrag abgezogen werden.

      Bei Rentnern, die davon ausgegangen sind, keine Steuererklärungen abgeben zu müssen, wird der Verspätungszuschlag erst ab dem Monat berechnet, der der in der Aufforderung bezeichneten Erklärungsfrist folgt.
      Betroffen sind nur Pflichtveranlagungen, aber in diese Personengruppe fallen relativ viele Personen..

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