Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht

    In Zeiten des Online-Handels und in denen wir alle immer auf der Suche nach dem besten Schnäppchen sind, kann es passieren, dass man als Verbraucher in die ein oder andere Falle tritt. In diesem Ratgeber stellen wir euch die Top 12 Verbraucherirrtümer vor, die euch peinliche Momente an der Kasse, im Restaurant oder einfach im Alltag ersparen und mit denen ihr gleichzeitig Tipps und Tricks bekommt, wie ihr nicht sprichwörtlich „über die Ladentheke gezogen werdet“.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im Angebot

    Im Folgenden findet ihr eine Auflistung von bekannten Phrasen, die uns immer wieder zu Verbraucherirrtümer führen – und natürlich die Auflösung und Erklärung, sowie weitere Tipps dazu.

    ⚠️ Beachte bitte, dass dieser Beitrag eine Zusammenstellung von uns für euch darstellt, worauf man achten muss. Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, es gibt keine Garantie für die Richtigkeit und Aktualität des Inhalts.

    1. „Für die Garderobe wird nicht gehaftet“
    2. „Ein Preisschild ist eine rechtlich bindende Preisangabe.“
    3. „Verträge sind nur mit Unterschrift gültig.“
    4. „Eine Reservierung im Restaurant ist nicht bindend.“
    5. „Zwischen Garantie und Gewährleistung gibt es keinen Unterschied.“
    6. „Ich habe auf alle Waren ein Umtauschrecht.“
    7. „Produkte mit Mängeln müssen originalverpackt zurückgegeben werden.“
    8. „Man muss immer das erste Taxi in der Reihe nehmen.“
    9. „Ich kann jede Kartenzahlung zurückholen.“
    10. „Rechnungen müssen erst nach der zweiten Mahnung bezahlt werden.“
    11. „Ein Glas Leitungswasser im Restaurant ist immer kostenlos.“
    12. „Lose Ware im Supermarkt darf man probieren.“

    Platz 1: „Für die Garderobe wird nicht gehaftet.“

    Wer kennt dieses Schild nicht? In fast jedem Restaurant, Cafe oder anderen öffentlichen Räumen könnt ihr diesen Satz lesen. Doch stimmt das wirklich? Bin ich selbst Schuld, wenn jemand meine Jacke mitgehen lässt? Jein! Denn tatsächlich hängt die Haftung davon ab, wo sich die Garderobe befindet. Befindet sich diese in eurem Sichtfeld, so seid ihr selbst für das Aufgehängte verantwortlich. Könnt ihr die Garderobe allerdings von eurem Tisch aus nicht sehen, haftet der Wirt für eventuelle Verluste. Ein einfaches Schild über der Garderobe befreit den Wirt somit nicht zwangsläufig von seiner Haftung.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotDennoch wird es für euch im Zweifel schwierig sein, eure Ansprüche im Schadensfall durchzusetzen, denn das bedeutet oft viel Zeit und Aufwand. Und mit seinem Lieblingsrestaurant möchte man es sich ja auch nicht verscherzen! Wer auf Nummer Sicher gehen will, hängt seine Jacke also vielleicht einfach über den Stuhl – aber Achtung: hier haftet ihr dann selber!

    Platz 2: „Ein Preisschild ist eine rechtlich bindende Preisangabe.“

    Auch dieser Verbraucherirrtum kommt häufig zum tragen. Man entdeckt zum Beispiel in einem Elektronikfachgeschäft einen Fernseher zu einem super Angebotspreis – schon fast zu schön um wahr zu sein, und freut sich schon über das Schnäppchen, um dann enttäuscht an der Kasse festzustellen, dass dort ein ganz anderer Preis steht. Lohnt sich die Diskussion mit einem Mitarbeiter? Schließlich war das Gerät ganz eindeutig günstiger ausgeschildert.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotDie Antwort für Verbraucher ist leider nein. Denn ein Preisschild ist keine rechtlich bindende Preisangabe. Es handelt sich nicht um ein Angebot zum Kauf, das ihr annehmen könnt. Der Kaufvertrag entsteht erst an der Kasse – es gilt also nur der Preis, der euch an der Kasse genannt wird. Aus Kulanz kann es aber sein, dass man euch das Produkt dennoch günstiger oder sogar zum Preis auf dem Preisschild gibt.

    Genauso seid ihr übrigens auch nicht an den Preis auf dem Preisschild gebunden! Denn wenn ihr Mängel an einem Produkt entdeckt oder es das Produkt woanders günstiger gibt – dann fragt einfach mal nach, oft wird euch dann ein Rabatt gewährt.

    Platz 3: „Verträge sind nur mit Unterschrift gültig.“

    Diese gängige Aussage ist grundsätzlich ebenfalls falsch. Denn Verträge haben meist keine vorgeschriebene Vertragsform, man spricht von Formfreiheit. Ist das der Fall, ist es nicht erforderlich, dass ein Vertrag schriftlich verfasst und unterschieben wird. Entsprechend ist dann auch zum Beispiel ein mündlicher Vertrag zulässig und rechtlich bindend. Unter einem mündlichen Vertrag versteht man dann nichts anderes als eine Einigung beider Parteien.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotTatsächlich gehen wir diese mündlichen Verträge viel öfter ein, als wir denken. Nämlich jedes Mal, wenn wir etwas kaufen. Wie oben schon erwähnt, besteht ein Angebot seitens des Verkäufers, zum Beispiel eines Supermarktes, welches wir annehmen können. Bezahlen wir dann unsere Waren, nehmen wir das Angebot an und es kam zu einer Einigung.

    Platz 4 – „Eine Reservierung im Restaurant ist nicht bindend.“

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotIhr habt in einem beliebten Lokal reserviert, doch dann kommt doch etwas dazwischen? Dann solltet ihr lieber eure Reservierung stornieren, denn anders als häufig angekommen, handelt es sich dabei tatsächlich um eine bindende Verpflichtung des Gastes, bei Reservierung auch zu erscheinen. Natürlich gilt das auch andersherum: Bei bestätigter Reservierung ist der Wirt in der Pflicht, euch maximal 30 Minuten nach der bestellten Zeit einen Tisch anzubieten. Sollte diese Verpflichtung nicht eingehalten werden, können Schadensersatzansprüche entstehen. Und zwar auch von Seiten des Wirts! Erscheint ihr nicht zu eurem reserviertem Tisch, kann er Ersatz für den durch das Blockieren des Tisches entstandenen Schaden einfordern. Genauso habt ihr aber auch das Recht, zum Beispiel Kosten für eure Anfahrt vom Wirt zu verlangen, sollte trotz Reservierung kein Platz frei sein.

    Platz 5 – „Zwischen Garantie und Gewährleistung gibt es keinen Unterschied.“

    Anders als vorangegangene Beispiele, handelt es sich bei diesem Verbraucherirrtum endlich mal um etwas, das den Verbraucher erfreuen wird. Denn tatsächlich sind Garantie und Gewährleistung nicht das gleiche.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotIn Deutschland ist die Gewährleistung gesetzlich vorgeschrieben. Im Normalfall besteht diese für 24 Monate beim Händler – also dort, wo ihr das Produkt gekauft habt, und nicht beim Hersteller. In Einzelfällen kann die Gewährleistung auf 12 Monate reduziert werden – also Augen auf. Im Normalfall habt ihr aber innerhalb von 2 Jahren die Möglichkeit, euer Produkt zu reklamieren.

    Allerdings habt ihr nur Chance auf eine Reparatur, Erstattung oder einen Umtausch, wenn das Produkt schon von Anfang an mangelhaft war oder schlechte Qualität zu späteren Mängeln geführt hat. Glücklicherweise seid ihr in den ersten 6 Monaten nach Kauf aber nicht in der Pflicht, das zu beweisen. Erst für die letztem 1,5 Jahre der Gewährleistung seid ihr verantwortlich dafür, aufzuzeigen, dass der Mangel schon seit Kauf vorlag.

    Anders sieht es bei der Garantie aus. Diese ist komplett freiwillig und wird vom Hersteller gegeben. Aus diesem Grund kann eine Garantie auch nicht die Gewährleistung ersetzen oder mindern.

    Häufig wird man bei Produkt-Mängeln von Händler und Hersteller zum jeweils anderen verwiesen und die Verantwortlichen gehen Ihrer Pflicht nicht nach. Gut zu wissen also, an wen ihr euch im Zweifelsfall zu wenden habt.

    Platz 6: „Ich habe auf alle Waren ein Umtauschrecht.“

    Obwohl man das für den Onlinehandel grundsätzlich so durchgehen lassen kann (auch hier gibt es Ausnahmen), handelt es sich bei dieser Aussage für den Ladenhandel leider um ein Verbraucherirrtum. Denn ein gesetzliches Umtauschrecht gibt es nicht. Begründet wird das damit, dass Kunden die Ware vor Ort prüfen, probieren und in Augenschein nehmen konnten. Auch bei Dingen, die ihr geschenkt bekommen habt, gilt es nicht.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotDennoch bieten die meisten Geschäfte einen Umtausch, eine Erstattung oder einen Gutschein an. Dabei handelt es sich dann aber um reine Kulanz und ihr könnt euch nicht darauf berufen. Auch bei reduzierter Ware wird häufig von dieser Kulanz abgesehen und ein Umtausch ausgeschlossen. Außerdem könnt ihr meistens Unterwäsche und Bademode nicht zurückgeben.

    Um eine Grauzone handelt es sch, wenn ihr nach dem Kauf feststellt, dass die Ware beschädigt ist. Denn genau genommen wird beschädigte Ware nicht zurück genommen. Ihr hattet schließlich meistens die Gelegenheit, die Ware zu prüfen. Bei eingepackten Dingen gilt das natürlich nicht. Wollt ihr diese aufgrund eines Mangels zurückgeben, handelt es sich um eine Reklamation. Dann kommt die Gewährleistung (s.o.) ins Spiel!

    Platz 7: „Produkte mit Mängeln müssen originalverpackt zurückgegeben werden.“

    Passend zum Thema Umtauschrecht und Gewährleistung hört man auch diesen Satz häufig. Denn während ihr, um vom Kulanzrecht Gebrauch machen zu können und Dinge zurückzugeben, diese immer originalverpackt zurückbringen müsst, gilt das nicht für mangelhafte Ware. Denn natürlich könnt ihr bei einem Fernseher oder Smartphone nicht vor dem Öffnen der Verpackung beurteilen, ob das Gerät in Ordnung ist. Also natürlich bei geöffneter Verpackung, aber sogar, wenn ihr die Originalverpackung nicht mehr habt, könnt ihr einen Artikel reklamieren – also nicht zurückgeben, sondern wegen Mängeln von der Gewährleistung Gebrauch machen. Wenn ihr das Produkt zur Reparatur oder zum Austausch verschickt, solltet ihr aber dennoch auf eine schützende Verpackung achten. So könnt ihr sichergehen, dass man euch hinterher vorwirft, der Schaden sei durch den Rücktransport entstanden.

    Platz 8: „Man muss immer das erste Taxi in der Reihe nehmen.“

    Lange Taxi-Schlangen an Bahnhof oder Flughafen und natürlich stehen die Taxen so, dass der Erste schon am längsten wartet. Heißt das, dass man der Fairness halber immer das erste Taxi in der Reihe nehmen muss? Nein, muss man nicht. Wenn einem der Fahrer komisch vorkommt, das Auto nicht vertrauenserweckend wirkt oder aus welchem Grund auch immer: Niemand ist verpflichtet, immer das erste Taxi in der Reihe zu nehmen. Oder anders gesagt: Ich kann mit jedem Taxi fahren, das ich möchte.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotDoch nur weil ich das Recht habe, jedes Taxi zu nehmen, heißt das noch lange nicht, dass mich ein anderer Fahrer mitnehmen möchte. Denn schließlich möchten diese es sich nicht mir ihren Kollegen verscherzen. Meistens ist das aber mit einer Erklärung zu lösen. Denn Taxis haben eine Beförderungspflicht und müssen somit, wenn man es genau nimmt, jeden Fahrgast mitnehmen. Ansonsten droht ein Bußgeld.

    Platz 9: „Ich kann jede Kartenzahlung zurückholen.“

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotDieser Satz ist leider nicht allgemeingültig. Denn bei Kreditkartenzahlung habt ihr an der Kasse häufig eine Unterschrift zu leisten oder eure PIN einzugeben. Was davon der Fall ist, entscheidet darüber, ob ihr die Zahlung einfach zurückholen könnt oder nicht. Denn wenn ihr unterschreibt, wird die Zahlung als Lastschrift behandelt – welche man bekanntlich einfach innerhalb von 8 Wochen wieder zurückholen kann.

    Musstet ihr allerdings eure PIN eingeben, wird sich das Ganze schwieriger gestalten. Denn damit ist die Zahlung eigentlich unwiderruflich. Eine Ausnahme entsteht nur dann, wenn es sich um eine Doppelbuchung handelt, ihr also quasi zwei mal gezahlt habt. Dann bekommt ihr natürlich einen Teil wieder erstattet.

    Platz 10: „Rechnungen müssen erst nach der zweiten Mahnung bezahlt werden.“

    Obwohl dieser Irrtum relativ offensichtlich ist, hört man diesen Satz immer wieder. Fakt ist: eine Rechnung ist innerhalb der genannten Frist zu bezahlen. Solltet ihr dies nicht tun, wird häufig noch eine Mahnung ausgestellt, die teilweise sogar mit weiteren Gebühren verbunden ist. Danach wird sich der Gläubiger gegebenenfalls an ein Inkassobüro wenden, die dann rechtliche Schritte gegen euch einleiten. Dann wird es teuer und ihr könntet einen Schufa-Eintrag bekommen. Außerdem wird euch das Unternehmen danach wahrscheinlich nicht mehr gerne als Kunde annehmen. Also: Die Rechnung innerhalb der Frist bezahlen, dann gibt es keine Probleme!

    Platz 11: „Ein Glas Leitungswasser im Restaurant ist immer kostenlos.“

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotSchnell wird von dieser Aussage als Tatsache ausgegangen, da Leitungswasser schließlich nichts kostet. Allerdings handelt es sich auch dabei um einen Irrglauben. Denn ob ein Wirt kostenloses Wasser anbietet, liegt ganz in seiner Entscheidung. Er hat schließlich neben dem Wasser selbst noch andere Kosten wie Miete oder Personal zu tragen, die auch über Getränke und Speisen gedeckt werden.

    Dennoch: Wer freundlich fragt und natürlich noch etwas anderes isst oder trinkt, kriegt meistens ein Glas Wasser umsonst.

    Platz 12: „Lose Ware im Supermarkt darf man probieren.“

    Schnell mal die Trauben probieren, bevor man sie kauft? Man möchte schließlich sichergehen, dass diese auch schmecken. Und es ist ja auch nur eine kleine Traube – sollte kein Problem darstellen, oder? Leider doch. Genau genommen handelt es sich beim Probieren von losen Waren, wie zum Beispiel Obst und Gemüse, um Diebstahl. Ihr habt die Waren schließlich noch nicht gekauft, somit gehören sie dem Laden. Bei geringfügigen Dingen wie einer Weintraube wird aber wohl kaum jemand etwas sagen. Dennoch sollte man es nicht übertreiben.

    Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht im AngebotEtwas anderes ist es, wenn ihr ein Produkt im Laden öffnet und schon etwas davon esst oder trinkt, dann damit aber zur Kasse geht, den Kassierer oder die Kassiererin darauf hinweist und anschließend die Ware auch bezahlt. Obwohl auch das nicht ganz richtig ist, handelt es sich dabei um eine Grauzone, die meistens toleriert wird. Wer also kurz vor dem Verdursten ist, kann durchaus schon ein Schluck Wasser trinken – aber auch hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man nicht im Recht ist.

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    5 Kommentare zum Bericht “Die 12 häufigsten Verbraucherirrtümer im Alltag & wie man die Fallen umgeht” Kommentar schreiben
    1. @DeBe
      Was sollen die armen Jungs und Mädels noch machen? Sie geben uns eine recht ausführliche Hilfe! Wer es genauer wissen will, kann sich der bekannten Medien bedienen...

    2. Grundsätzlich gut; googeln kann jeder, jedoch wären Quellenangaben dazu noch eine sinnvolle Ergänzung 😉

    3. Das nenne ich mal eine gute und übersichtliche Aufstellung, Danke.

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